Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH

Rechtsprechung

DSB vom 01.01.2012 , Heft 01 , Seite 18
Dr. Jürgen Vah­le
1. Be­am­te der Fi­nanz­ver­wal­tung können das Steu­er­ge­heim­nis da­durch ver­let­zen, dass sie das Ka­me­ra­team ei­nes Fern­seh­sen­ders zur Woh­nung des Steu­er­schuld­ners mit­neh­men; erst recht gilt dies, wenn sie den Jour­na­li­sten Zu­tritt zur Woh­nung ge­stat­ten und die­sen auf­grund der Be­fra­gung des Be­trof­fe­nen des­sen Na­men, den Grund und die Höhe der Steu­er­schuld so­wie die Fa­mi­li­en­verhält­nis­se be­kannt ge­ben. 2. Ei­ne...
DSB vom 01.01.2012 , Heft 01 , Seite 18
Dr. Jürgen Vah­le
1. Ein Woh­nungs­ei­gentümer kann gemäß § 22 Abs. 1 Woh­nungs­ei­gen­tums­ge­setz (WEG) den nachträgli­chen Ein­bau ei­ner Vi­deoüber­wa­chungs­an­la­ge in das ge­mein­schaft­li­che Klin­gel­ta­bleau ver­lan­gen, wenn die An­la­ge nur ei­ne kurz­fri­sti­ge Über­wa­chung oh­ne Auf­zeich­nung ermöglicht. 2. Die Möglich­keit ei­ner Ma­ni­pu­la­ti­on ist nur dann zu berück­sich­ti­gen, wenn ei­ne kon­kre­te Wahr­schein­lich­keit be­steht;...
DSB vom 01.01.2012 , Heft 01 , Seite 19 - 20
Dr. Jürgen Vah­le
1. Der Bun­des­rech­nungs­hof ist ei­ne Behörde im Sin­ne des § 1 In­for­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz (IFG) und da­mit grundsätz­lich ver­pflich­tet, In­for­ma­ti­ons­zu­gang zu gewähren. 2. Der Aus­nah­me­tat­be­stand des § 3 Nr. 1e IFG ist nur erfüllt, wenn die Behörde be­zo­gen auf ein­zel­ne In­for­ma­tio­nen im We­ge ei­ner Pro­gno­se die kon­kre­te Möglich­keit nach­tei­li­ger Aus­wir­kun­gen auf das Schutz­gut der ex­ter­nen...
DSB vom 01.01.2012 , Heft 01 , Seite 19
Dr. Jürgen Vah­le
1. Ei­ne Wer­be-SMS an ei­nen Mo­bil­te­le­fon­an­schluss ist auch dann un­zulässig, wenn die Num­mer des An­schlus­ses - für den Wer­ben­den er­kenn­bar - oh­ne Wis­sen und Wol­len des ab­we­sen­den An­schluss­in­ha­bers in der Er­war­tung wei­ter­ge­ge­ben wird, der An­schluss­in­ha­ber sei (we­gen en­ger persönli­cher Be­zie­hun­gen zwi­schen auf der Ver­brau­cher­sei­te Be­tei­lig­ten) mit der Wei­ter­ga­be der Num­mer ein­ver­stan­den....
DSB vom 01.01.2012 , Heft 01 , Seite 20
Dr. Jürgen Vah­le
1. Ein Ver­stoß ge­gen die Pflicht zur Be­leh­rung ausländi­scher Be­schul­dig­ter darüber, dass die kon­su­la­ri­sche Ver­tre­tung sei­nes Hei­mat­lan­des zu be­nach­rich­ti­gen ist (Ar­ti­kel 36 Abs. 1 Buch­sta­be b Satz 3 des Wie­ner Übe­r­ein­kom­mens über kon­su­la­ri­sche Be­zie­hun­gen - WÜK) führt nicht zwangsläufig zu ei­nem Be­weis­ver­wer­tungs­ver­bot. 2. Ent­schei­dend ist viel­mehr, ob der Be­trof­fe­ne we­gen des...
DSB vom 01.01.2012 , Heft 01 , Seite 20 - 21
Dr. Jürgen Vah­le
1. Bei dem Be­griff "Geschäftsführer" han­delt es sich nicht um ei­nen ge­schlechts­neu­tra­len Ober­be­griff. 2. Das Ge­bot der ge­schlechts­neu­tra­len Stel­len­aus­schrei­bung wird bei Ver­wen­dung des Be­griffs "Geschäftsführer" je­den­falls dann ver­letzt, wenn der Be­griff im wei­te­ren Kon­text der An­zei­ge nicht re­la­ti­viert wird. 3. Die nicht ge­schlechts­neu­tra­le Stel­len­aus­schrei­bung stellt ein In­diz...
DSB vom 01.01.2012 , Heft 01 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
Ei­ne Ab­mah­nung we­gen ei­nes Ver­stoßes ge­gen das Neu­tra­litäts­ge­bot des § 7 Abs. 6 Satz 1 Kin­der­ta­ges­be­treu­ungs­ge­setz Ba­den-Würt­tem­berg (KiTaG BW) durch das Tra­gen ei­nes Kopf­tu­ches ist rech­tens und darf in die Per­so­nal­ak­te auf­ge­nom­men wer­den. (Nicht­amt­li­cher Leit­satz) Nach § 7 Abs. 6 Satz 1 KiTaG BW dürfen Fach­kräfte kei­ne po­li­ti­schen, re­li­giösen, welt­an­schau­li­chen oder ähn­li­chen...
DSB vom 01.12.2011 , Heft 12 , Seite 18 - 19
Dr. Jürgen Vah­le
1. Bei Mit­ar­bei­tern, die nur "ne­ben­amt­lich" mit der Auf­ga­be ei­nes Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten be­traut wer­den, stellt sich die Fra­ge ei­ner der ge­bo­te­nen Zu­verlässig­keit ent­ge­gen­ste­hen­den In­ter­es­sen­kol­li­si­on, wenn sie ar­beits­ver­trag­lich auch mit Fra­gen der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie be­fasst sind. 2. Bei der Ab­gren­zung, wann die er­for­der­li­che Zu­verlässig­keit we­gen ei­ner sol­chen In­ter­es­sen­kol­li­si­on...
DSB vom 01.12.2011 , Heft 12 , Seite 19 - 20
Dr. Jürgen Vah­le
1. Mit Einführung von § 32 BDSG woll­te der Ge­setz­ge­ber le­dig­lich ei­ne vorläufi­ge und der Klar­stel­lung die­nen­de Re­ge­lung zum Ar­beit­neh­mer­da­ten­schutz tref­fen, oh­ne da­mit die von der Recht­spre­chung ent­wickel­ten Grundsätze in die­sem Be­reich wei­ter aus­zu­deh­nen. 2. Es ist dem­gemäß je­weils der Da­ten­um­gang er­for­der­lich, den Bun­des­ar­beits­ge­richt und Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Ver­gan­gen­heit...
DSB vom 01.12.2011 , Heft 12 , Seite 20
Dr. Jürgen Vah­le
1. Ein Heim­be­woh­ner hat ein Recht auf Ein­sicht­nah­me in sei­ne Pfle­ge­do­ku­men­ta­tio­nen. 2. Die­ses Recht ist nicht höchst­persönlich. 3. Das Recht kann da­her auf den ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rer über­ge­hen, wenn ei­ne Ein­wil­li­gung des Heim­be­woh­ners vor­liegt oder zu­min­dest von sei­nem ver­mu­te­ten Ein­verständ­nis aus­zu­ge­hen ist, so­weit ei­ner aus­drück­li­chen Be­frei­ung Hin­der­nis­se ent­ge­gen...
DSB vom 01.12.2011 , Heft 12 , Seite 20 - 21
Dr. Jürgen Vah­le
1. Ei­ne dau­er­haf­te Vi­deoüber­wa­chung, die auf­grund der tech­ni­schen Möglich­kei­ten der ein­ge­setz­ten Ka­me­ras die Er­he­bung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten zu je­der Ta­ges- und Nacht­zeit ermöglicht, stellt auch dann ei­nen Ein­griff in das Recht auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung dar, wenn die Da­ten nicht ge­spei­chert wer­den. 2. Es be­ste­hen er­heb­li­che Zwei­fel, ob § 32 Abs. 3 Nie­dersäch­si­sches...
DSB vom 01.12.2011 , Heft 12 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
Ein Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet, dem Be­triebs­rat bei sei­ner Un­ter­rich­tung vor der Ein­stel­lung ei­nes Leih­ar­bei­ters des­sen Na­men mit­zu­tei­len. (Nicht­amt­li­cher Leit­satz) Das Ge­richt lei­tet die Ver­pflich­tung aus § 99 Abs. 1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) und § 14 Abs. 3 Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­setz ab. Die Un­ter­rich­tungs­pflicht be­zie­he sich schon nach dem Ge­set­zes­wort­laut des...
DSB vom 01.11.2011 , Heft 11 , Seite 18
Dr. Jürgen Vah­le
Bun­des­ge­richts­hof Be­schluss vom 14. April 2011 I ZR 38/10 1. Ei­ne Ein­wil­li­gung in ei­ne Wer­bung mit ei­nem Te­le­fon­an­ruf setzt ei­ne ge­son­der­te - nur auf die Ein­wil­li­gung in die Wer­bung mit ei­nem Te­le­fon­an­ruf be­zo­ge­ne - Zu­stim­mungs­erklärung der be­trof­fe­nen Per­son vor­aus. 2. Die­sen An­for­de­run­gen genügt ei­ne Ein­wil­li­gungs­erklärung nicht, wenn sie sich nicht nur auf die Wer­bung mit ei­nem...
DSB vom 01.11.2011 , Heft 11 , Seite 18 - 19
Dr. Jürgen Vah­le
Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg Ur­teil vom 2. Au­gust 2011 7 U 134/10 1. Deut­sches Da­ten­schutz­recht - ins­be­son­de­re das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz (BDSG) - ist auch dann an­wend­bar, wenn Beiträge in ei­nem In­ter­net­fo­rum nur auf außer­halb der Eu­ropäischen Uni­on be­find­li­chen Ser­vern ge­spei­chert sind, die Beiträge aber in Deutsch­land ab­ge­ru­fen wer­den können und sol­len. 2. Äußerun­gen,...
DSB vom 01.11.2011 , Heft 11 , Seite 19 - 20
Dr. Jürgen Vah­le
Bun­des­ge­richts­hof Ur­teil vom 3. März 2011 I ZR 167/09 Die un­auf­ge­for­der­te Über­sen­dung ei­ner Kre­dit­kar­te durch ei­ne Bank an ih­re Kun­den ist kei­ne un­zu­mut­ba­re Belästi­gung im Sin­ne des § 7 Abs. 1 Ge­setz ge­gen den un­lau­te­ren Wett­be­werb (UWG), wenn ein Durch­schnitts­kun­de er­ken­nen kann, dass die ver­sand­te Kre­dit­kar­te erst nach ei­ner ge­son­der­ten Erklärung zum Ein­satz kom­men kann und er die Kar­te mit ge­rin­gem...
DSB vom 01.11.2011 , Heft 11 , Seite 20
Dr. Jürgen Vah­le
Ver­wal­tungs­ge­richt Darm­stadt Ur­teil vom 18. No­vem­ber 2010 5 K 994/10.DA Ein An­spruch auf da­ten­schutz­recht­li­ches Ein­schrei­ten nach § 38 Abs. 5 Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz (BDSG) kann ge­ge­ben sein, wenn die Gewähr­lei­stung der Ein­hal­tung der Vor­ga­ben des BDSG im kon­kre­ten Fall zu­gleich die In­di­vi­du­al­be­lan­ge ei­nes ein­zel­nen Bürgers schützt, wo­bei ein An­spruch auf Ein­schrei­ten im Ein­zel­fall...
DSB vom 01.11.2011 , Heft 11 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
Amts­ge­richt Bre­men Be­schluss vom 27. Mai 2011 10 C 221/11 Die Spei­che­rung der Adres­se ei­nes Schuld­ners durch ei­ne Aus­kunf­tei für Kre­dit­auskünf­te ist auch dann grundsätz­lich zulässig, wenn sich bei der Schuld­ne­r­adres­se um die An­schrift ei­ner Ju­stiz­voll­zugs­an­stalt han­delt; dem­gemäß hat der Be­trof­fe­ne kei­nen An­spruch auf Löschung der der zu sei­ner Per­son ge­spei­cher­ten Adres­se gemäß...
DSB vom 01.11.2011 , Heft 11 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin- Bran­den­burg Be­schluss vom 4. März 2011 10 TaBV 1984/2010 1. Grundsätz­lich muss der Be­triebs­rat die je­weils gel­ten­den be­trieb­li­chen Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen ein­hal­ten. 2. Al­ler­dings kann er die­se so­weit wie nötig ergänzen oder abändern, so­fern dies auf­grund des Struk­tur­prin­zips der Un­abhängig­keit in der Be­triebs­ver­fas­sung vom Be­triebs­rat als ge­bo­ten an­ge­se­hen wird. (Nicht­amt­li­che...
DSB vom 01.10.2011 , Heft 10 , Seite 19 - 20
Dr. Jürgen Vah­le
Das behörd­li­che Ver­lan­gen, ei­nem Be­triebs­prüfer im Rah­men der Außen­prüfung ei­nen un­mit­tel­ba­ren Le­se­zu­griff auf die in ei­nem Do­ku­men­ten­ma­nage­ment­sy­stem di­gi­ta­li­sier­ten Ein­gangs­rech­nun­gen ein­zuräum­en, ist rechtmäßig. (Nicht­amt­li­cher Leit­satz) Der Rechts­streit dreht sich um die Fra­ge, ob die Kläge­rin ver­pflich­tet ist, den Be­triebs­prüfern des Fi­nanz­am­tes ei­nen Le­se­zu­griff auf ihr Do­ku­men­ten­ma­nage­ment­sy­stem...
DSB vom 01.10.2011 , Heft 10 , Seite 20 - 21
Dr. Jürgen Vah­le
1. Die Vor­schrift des § 7 Abs. 2 Nr. 2 des Ge­set­zes ge­gen den un­lau­te­ren Wett­be­werb (be­tref­fend un­zulässi­ge Te­le­fon­wer­bung oh­ne vor­he­ri­ge aus­drück­li­che Ein­wil­li­gung) steht im Ein­klang mit dem Uni­ons­recht. 2. Für den Nach­weis des Ein­verständ­nis­ses ist es er­for­der­lich, dass der Wer­ben­de die kon­kre­te Ein­verständ­nis­erklärung je­des ein­zel­nen Ver­brau­chers vollständig do­ku­men­tiert. 3....
DSB vom 01.10.2011 , Heft 10 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
1. Der Um­stand, dass ei­ne Par­tei (hier: in ei­nem ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren) die Kennt­nis der von ihr be­haup­te­ten Tat­sa­chen auf rechts­wid­ri­ge Wei­se er­langt hat, führt nicht not­wen­dig zu ei­nem pro­zes­sua­len Ver­wer­tungs­ver­bot. 2. Falls die be­tref­fen­den Tat­sa­chen von der Ge­gen­sei­te nicht be­strit­ten wer­den - al­so un­strei­tig ge­wor­den sind - be­steht ein Ver­wer­tungs­ver­bot nur dann,...
DSB vom 01.10.2011 , Heft 10 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
1. Der Um­stand, dass ei­ne Par­tei (hier: in ei­nem ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren) die Kennt­nis der von ihr be­haup­te­ten Tat­sa­chen auf rechts­wid­ri­ge Wei­se er­langt hat, führt nicht not­wen­dig zu ei­nem pro­zes­sua­len Ver­wer­tungs­ver­bot. 2. Falls die be­tref­fen­den Tat­sa­chen von der Ge­gen­sei­te nicht be­strit­ten wer­den - al­so un­strei­tig ge­wor­den sind - be­steht ein Ver­wer­tungs­ver­bot nur dann,...
DSB vom 01.09.2011 , Heft 09 , Seite 19
Dr. Jürgen Vah­le
1. Die Ab­sicht, den bis­he­ri­gen (in­ter­nen) Be­auf­trag­ten für den Da­ten­schutz durch ei­nen ex­ter­nen Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten zu er­set­zen, ist re­gelmäßig noch kein wich­ti­ger Grund zum Wi­der­ruf und zur Ab­be­ru­fung ei­nes Be­auf­trag­ten für den Da­ten­schutz gemäß § 4f Abs. 3 Satz 4 Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz (BDSG). 2. Die bloße Mit­glied­schaft im Be­triebs­rat und das Amt des Be­auf­trag­ten für den...
DSB vom 01.09.2011 , Heft 09 , Seite 20 - 21
Dr. Jürgen Vah­le
1. Die nach dem Ar­beits­ver­trag un­zulässi­ge Spei­che­rung pri­va­ter Da­ten auf ei­nem Fir­men-Lap­top recht­fer­tigt nicht oh­ne wei­te­res ei­ne frist­lo­se Kündi­gung oh­ne vor­he­ri­ge Ab­mah­nung. 2. Die un­er­laub­te Spei­che­rung un­er­neh­mens­be­zo­ge­ner Da­ten auf ei­ner pri­va­ten Fest­plat­te kann die Pflicht zur Rück­sicht­nah­me aus § 241 Abs. 2 Bürger­li­ches Ge­setz­buch ver­let­zen; so­weit per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten...
DSB vom 01.09.2011 , Heft 09 , Seite 20
Dr. Jürgen Vah­le
Erhält je­mand auf Grund sei­ner dunk­len Haut­far­be kei­nen Zu­tritt zu ei­ner Dis­ko­thek, so steht ihm ein An­spruch auf Er­satz des im­ma­te­ri­el­len Scha­dens (Schmer­zens­geld) zu. (Nicht­amt­li­cher Leit­satz) Dem (far­bi­gen) Kläger wur­de als ein­zi­gem aus ei­ner Grup­pe der Zu­tritt zu ei­ner Dis­ko­thek ver­wei­gert. Das Ge­richt geht da­von aus, dass die Zu­tritts­ver­wei­ge­rung al­lein auf der Haut­far­be des Klägers be­ruh­te, weil...
DSB vom 01.09.2011 , Heft 09 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
Der Be­trei­ber ei­nes In­ter­net­fo­rums ist grundsätz­lich nicht ver­pflich­tet, Kon­takt­da­ten über den Ver­fas­ser ei­nes Bei­tra­ges, durch den sich die be­trof­fe­ne Per­son dis­kre­di­tiert fühlt, her­aus­zu­ge­ben. (Nicht­amt­li­cher Leit­satz) Die In­ha­be­rin meh­re­rer Au­tohäuser fand auf ei­ner öffent­lich zugäng­li­chen In­ter­net­platt­form für sie ne­ga­ti­ve Er­fah­rungs­be­rich­te über ihr Un­ter­neh­men, fühl­te sich...
DSB vom 01.09.2011 , Heft 09 , Seite 21
Dr. Jürgen Vah­le
Ei­ne Ein­wil­li­gung in die Nut­zung ge­spei­cher­ter Da­ten in te­le­fo­ni­sche oder elek­tro­ni­sche Wer­be­an­ge­bo­te muss in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) druck­tech­nisch so ge­stal­tet sein, dass ei­ne ge­son­der­te Erklärung (Opt-In) ab­ge­ge­ben wird. (Nicht­amt­li­cher Leit­satz) Ein Strom­ver­sor­ger ver­wen­de­te in sei­nen AGB fol­gen­de Klau­sel: "Der Kun­de erklärt mit Ab­schluss sein Ein­verständ­nis...
DSB vom 01.07.2011 , Heft 07-08 , Seite 31 - 32
Dr. Jürgen Vah­le
1. Die durch § 13 Abs. 1 Tele­me­di­en­ge­setz (TMG) be­gründe­te In­for­ma­ti­ons­pflicht der Di­en­ste­an­bie­ter soll kon­kret al­lein gewähr­lei­sten, dass der Nut­zer sich ei­nen um­fas­sen­den Über­blick über die Er­he­bung, Ver­ar­bei­tung und Nut­zung sei­ner per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten ver­schaf­fen kann. 2. § 13 Abs. 1 TMG ent­fal­tet kei­ne Schutz­funk­ti­on im Hin­blick auf Mit­be­wer­ber am Markt und stellt dem­gemäß...
DSB vom 01.07.2011 , Heft 07-08 , Seite 32 - 34
Dr. Jürgen Vah­le
1. Ein Ar­beit­ge­ber, der sei­nen Ar­beit­neh­mern auch die pri­va­te Nut­zung des dienst­li­chen E-Mail-Ac­counts ge­stat­tet, ist kein Di­en­st­an­bie­ter im Sin­ne des Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes (TKG). 2. Der Zu­griff des Ar­beit­ge­bers auf EMails, die Ar­beit­neh­mer im Po­stein­gang oder -aus­gang be­las­sen oder in an­de­ren lo­ka­len Rech­nern oder zen­tral ge­si­cher­ten Ver­zeich­nis­sen des Sy­stems ab­spei­chern,...
DSB vom 01.07.2011 , Heft 07-08 , Seite 34 - 35
Dr. Jürgen Vah­le
1. Ein­grif­fe in das Grund­recht auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung bedürfen ei­ner ver­fas­sungsmäßigen ge­setz­li­chen Grund­la­ge, die ins­be­son­de­re dem Be­stimmt­heits­ge­bot und dem Verhält­nismäßig­keits­grund­satz ent­spre­chen muss. 2. Es be­ste­hen Zwei­fel, ob die Vor­schrift über die länger­fri­sti­ge Ob­ser­va­ti­on von Per­so­nen für Zwecke vor­beu­gen­der Straf­ta­ten­bekämp­fung in § 16a Abs. 1 Nr. 2...
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