Chefredakteur

Kategorien

„Was wäre, wenn Sie jedes Video verstehen könnten, ohne es sehen zu müssen?“ – Uneingeschränkte Videoauswertung für Jedermann


Einsatz der Video Intelligence Tools soll zu Demokratisierung der Überwachungswerkzeuge beitragen | © google.com

Die Zuordnung von Namen zu Fotos per Software ist bekannt und verbreitet. Der Datenschutzbeauftragte sollte auch dran bleiben, wenn es um die sonstige Zuordnung von Informationen zu konkreten Personen geht. Mit dem „Video Indexer“ will Microsoft Videoauswertung jedermann zugänglich machen.

Wer eine Videoaufzeichnung in die Microsoft Cloud hochlädt, kann sich das Video untersuchen und auswerten lassen. Soweit Daten vorhanden sind, erkennt dies das Tool und teilt mit, welche Personen im Video aktiv sind, was sie sprechen, welche Schlüsselwörter sie verwenden und welches Basisgefühl die abgebildeten Personen haben. Liest man viele Videos ein, kann dann aus den Videos ausgewählt und genau die richtige Stelle eines bestimmten Videos abgespielt werden. Auch Profile von Personen lassen sich so bilden.

Videoauswertung erlaubt heute noch viel mehr, doch Video Indexer ist ein Cloud-Tool, das dem Datenschutzbeauftragten zeigt, was heute schon im Massenmarkt möglich ist; es wird bereits angekündigt, dass beim „Video Indexer“ in der Zukunft ein Echtzeitanalysesystem zur Verfügung stehen soll.

Solche Analysesysteme machen es möglich, dass letztlich alle Menschen überall bemerkbar und auswertbar unterwegs sind. Microsoft erkennt das natürlich und rechtfertigt den Einsatz solcher Tools unter dem Aspekt „Demokratisierung der Überwachungswerkzeuge“. Man kümmere sich mit Verhaltenskodizes und Grundsätzen wie beispielsweise Transparenz der Algorithmen darum, dass ein Missbrauch möglichst nicht stattfinde. Der europäische Gesetzgeber dagegen hält sich bei den Themen der Regelung von „künstlicher Intelligenz“ und „Internet der Dinge“ noch sehr zurück.

Google hatte bereits im März 2017 ein Videoauswertungstool vorgestellt, Cloud Video Intelligence API (Insight mit Video hier).

(Philipp Kramer, Chefredakteur Datenschutz-Berater)


Top